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GoodforLess: Erfolgreicher Umgang mit schönen Dingen

29. Mrz 2006 | Unternehmensportraits

In der Postenbranche ist sie bekannt für ihre schönen und günstigen Produkte bekannter Marken und ihre sympathische Art. GoodforLess Inhaberin Sandra Krause sprach mit Zentralmarkt über ihre Erfolgsgeschichte.

Sandra Krause von GoodforLess
Sandra Krause von GoodforLess

Die Firma GoodforLess ist 2002 aus einem anderen Geschäftsbetrieb hervorgegangen. Die Inhaberin Sandra Krause verfügt über eine über zehnjährige Erfahrung in der Vermarktung von Großposten, Insolvenzwaren und Lagerbeständen. Nach der Vermarktung von hochwertigen Haushaltsgeräten,Handys und IT-Produkten eröffnete sie die Firma Good For Less, die als Großhandel Sonderposten und reguläre, aktuelle  Ware von verschiedenen Markenprodukten ein- und verkauft.

Dabei begann ihre Karriere eigentlich ganz anders. Heilpraktikerin und TCM Therapeutin wollte sie werden, und die jahrelange private Hochschul-Ausbildung hierfür kostete sehr viel Zeit und Geld.

Also musste Sandra Krause neben ihrem Hauptberuf noch jobben.

Sie wurde als freiberufliche Mitarbeiterin in einem großen Konzern eingestellt um Anti-Aging-Produkte – konkret synthetisch hergestellte Hyaluronsäure zum Unterspritzen von Falten - zu verkaufen und Schulungen für dieses Produkt durchzuführen.

Nach sehr kurzer Zeit schon, wurde sie  Verkaufsleiterin Deutschland.

 „Gutes verkaufen ist das, was mir am meisten Spaß macht“, sagt sie heute.

Doch auch der sehr geschätzten Gesundheitsbranche mit allen Bereichen der Naturheilkunde blieb sie noch  lange treu.

Sie absolvierte als Prüfungsbeste ihre Heilpraktiker-und TCM - Ausbildung und eröffnete eine eigene Praxis – und verkaufte weiter nebenbei. Doch irgendwann wurden die einzelnen Bereiche mit immer mehr neuen Herausforderungen einfach zuviel. „Ich musste mich für einen vollständigen guten Weg entscheiden – und schloss nach langen Überlegungen meine Praxis und Schulungszentrum.

Selbst heute noch kommen noch einige Patienten von damals zu mir, die sich nur von mir vertrauensvoll behandeln lassen möchten – was mir ein gutes Gefühl gibt.

Zu ihrem heutigen Geschäft  im Bereich Grosshandel Marken kam sie eigentlich durch einen  mehr oder weniger „Zufall“.

„Ich traf auf einer Messe einen Kollegen, der nach günstigen , hochwertigen Marken-Taschen wie Prada suchte. Da ich hierfür eine  gute Bezugsquelle kannte, habe ich sie ihm weitergegeben....und er war über seinen Einkauf begeistert. Dann ging es zu Anfang in solch kleinen Schritten weiter, bis ich mich entschloss mehr daraus aufzubauen.

So ist das ganze entstanden und dann ganz langsam, Schritt für Schritt  gewachsen.“

 

Integrität ist wichtigster Erfolgsfaktor

Heute beschäftigt das Unternehmen vier feste Mitarbeiter und diverse Aushilfskräfte. „Wir mussten uns erst kürzlich aus verschiedenen, persönlichen Gründen von einigen Aushilfen trennen, bedauert die Chefin Sandra Krause.

Kein Wunder, dass Verlässlichkeit und Integrität von Mitarbeitern für sie eine große Rolle spielen. „Wir könnten viel mehr Umsatz machen und noch mehr Leistung bringen, doch dafür bräuchten wir auch mehr „passende“, gute Mitarbeiter –  wir wollen es auch nicht so schnell in die Höhe treiben und wichtige Dinge auf der Strecke lassen.“ Selbstständigkeit aus eigenen Kräften und Mitteln soll auch Freude bringen und langfristig bestehend bleiben.

Ihre Waren bezieht sie aus verschiedenen Quellen: Teilweise handelt es sich um Posten von anderen Vertriebspartnern, teilweise um Restposten oder Überproduktionen vom Hersteller selbst. Manchmal bekommt sie auch typische Mischposten angeboten. „Da muss man sehr aufpassen, was man einkauft – gerade bei Markenartikeln wird leider viel Fake angeboten. Deshalb kaufe ich auch nur persönlich ein.  Mir persönlich macht auch der Umgang mit schönen, vielseitigen Markenprodukten Spaß. Ich umgebe mich lieber mit schönen Dingen als mit billigem Ramsch oder schlechter Qualität.“

Offene und ehrliche Kommunikation und gute Beziehungen zu den Lieferanten sind aus ihrer Sicht denn auch die wichtigsten Erfolgsfaktoren in diesem Geschäft. „Wir arbeiten lieber mit wenigen, aber guten und zuverlässigen Lieferanten zusammen.“

 

„Bei uns wird jeder Kunde gleich behandelt“

Die Kundenstruktur von Good for Less ist vielschichtig. Da finden sich ebenso die großen Konzerne wie auch mittlere und kleinere Einzelhändler. „Viele kommen zu uns regelmäßig ins Lager und schauen sich die aktuellen Produkte an. In diesem Geschäft kann und darf es keine Heimlichkeiten geben.

Die Kunden können jeden unserer Kartons unter Aufsicht öffnen und die Ware selbst prüfen.“ Momentan bedient der Postengroßhandel weit über 1500 Kunden – und die Zahl wächst permanent. „Uns ist jeder gute Kunde willkommen und jeder wird gleich gut bedient egal ob Grosskunde oder kleiner Einzelhändler

 Wir wollen uns bewusst nicht von einigen wenigen abhängig machen.“

Jeden Monat kommen neue Kunden hinzu. Die Wege der Neukundengewinnung sind sehr vielschichtig. „Wir gewinnen viele Kunden über unsere Händler-Website, die mittlerweile sehr gut in den Suchmaschinen platziert ist. Aber auch Online-Marktplätze wie zentrada.de bringen uns neue Kunden.“ Die Kunden kommen aus ganz Deutschland und aus angrenzenden Ländern.

Außerdem wird einmal pro Woche ein eMail-Newsletter mit neuen Produkten und Abbildungen an die Kunden verschickt. „Das funktioniert sehr gut als Verstärker.“

Die komplette Website inklusive einer umfangreichen Bilddatenbank wurden inhouse entwickelt. „Unsere Website ist ein wichtiges Marketinginstrument“, erklärt Managing Director Jörg Koschinski, der den Internetauftritt verantwortet und selbst entwickelt hat. Koschinski war lange Jahre in der IT- und Internetbranche tätig. „Unsere IT-Leistungen wollten schon einige einkaufen, aber wir möchten uns nicht verzetteln.“

Ein weiteres Instrument der Neukundengewinnung sind Messen sowie aktive Verkaufsarbeit im Außendienst.

Trotzdem lässt sich das Wachstum der Firma nicht aufhalten. Ende letzten Jahres eröffnete Good for Less ein neues Abhollager in Solms. Mit rund 1500 Quadratmetern entstand ein neues Mitnahmelager für die Händler. „Mindestens zehn bis 100 verschiedene Teile sind immer hier auf Abruf.“ Und sobald das angrenzende Lager frei wird, steht der nächsten Erweiterung nichts mehr im Wege.

Auch das Produktspektrum wird langsam und stetig ausgeweitet. Im Haushaltsbereich hat Good for Less den exklusiven Vertrieb für Schalen und anderen Formen mit dauerhaftem, aber echtem Feuer übernommen. Und auch die Mobilfunkbranche lässt das Unternehmen nicht ganz los: Hier wird bald eine universelle Freisprecheinrichtung vermarktet, die mittels Verstärker und Funk zu jedem Handy passt.

Doch mit dem geschäftlichen Erfolg ist es für Sandra Krause noch lange nicht genug. Sie engagiert sich aktiv für gemeinnützige Zwecke. Zweimal im Jahr sammelt sie Restposten in den verschieden Branchen ein und lässt diese nach Russland zu bedürftigen Menschen und Weisenhäusern befördern – manchmal auch mit eigener Kraft, wenn die Zeit da ist.

Ihr neuestes Baby ist die Kinder-Krebsstation im Krankenhaus Gießen. Dort unterstützt sie unter anderem haupsächlich eine junge völlig auf sich alleingestellte Mutter mit 3 jährigem Sohn, die eine sehr schwere Form von Knochenkrebs hat.

„Sita lebt im Rollstuhl und wir möchten dafür sorgen, dass sie in eine behindertengerechte Wohnung umzieht, ihre Fremdsprachenausbildung wieder aufnehmen kann und ihr Kind bei sich behalten kann.“ Dazu organisiert die Unternehmerin Mitte dieses Jahres unter anderem ein Sommerfest mit einer Tombola. Die Erlöse sollen dem krebskranken Mädchen und ihrem kleinen Sohn zu Gute kommen.

Desweiteren werden einige dringend notwendige Anschaffungen für die Einrichtung getätigt. „Ich muss einfach ständig etwas tun. Auch wenn ich mich manchmal „übernehme“ was meine menschlichen Aspekte betrifft und zuviel gleichzeitig beginne“, erklärt die 35-jährige lächelnd.

Link: www.goodforless.de

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