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Handelsumsätze 2006 um fünf Prozent gestiegen

03. Apr 2007 | Märkte + Macher

2006 haben sich die Handelsumsätze der Kosmetikwarengruppen nach Erkenntnissen des Marktforschungsspezialisten Information Resources (IRI) mit einem Plus von fünf Prozent deutlich positiver entwickelt als noch Ende 2005 prognostiziert. Je exklusiver das Umfeld, desto positiver sind die Ergebnisse. So steigerten zum Beispiel die selektiven Anbieter ihre Umsätze um sechs Prozent. Die Parfümerien verkauften sogar acht Prozent mehr Kosmetika.

Diese postive Entwicklung deutete sich bereits in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres an, und wurde im zweiten Halbjahr, vor allem durch die Weihnachtssaison, endgültig bestätigt. Die gute aktuelle Geschäftslage darf laut IRI jedoch nicht über die Probleme der Branche hinwegtäuschen. Beispiel Graumarkt: Während sich die Drogeriemärkte über mehr oder minder feste selektive Sortimentsbestandteile schon in den letzten Jahren profiliert haben, werden inzwischen in den Verbrauchermärkten verstärkt selektive Düfte angeboten. Neben Hackfleisch und Waschmitteln finden Einkäufer bei Real, Globus und Co. attraktive Duftangebote. Auch wenn die tatsächlich vorhandenen Produktmengen noch sehr gering sind, ist der Imageschaden für die betroffenen Marken groß.
Auch der Preisdruck, der damit auf andere Kanäle ausgeübt wird, ist nicht zu unterschätzen. Allerdings weiß die Mehrheit der Anbieter aus Industrie und Handel, dass gerade im Luxusbereich ein Verkaufen nur über den Preis kontraproduktiv ist. Analysen zeigen mittlerweile im zweiten Jahr ein Umdenken in den Parfümerien. Dies ist umso erfreulicher, weil die Verbraucher selbst nicht in erster Linie an niedrige Preise denken, wenn sie an den Kauf eines selektiven Produktes denken. Eine IRI-Befragung aus dem Dezember 2006 zeigt, dass der Preis als Kaufkriterium für die Shopper erst an vierter Stelle rangiert. Dabei kam es den Konsumenten noch nicht einmal auf einen besonders geringen Preis an, sondern auf ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Dies lässt Herstellern und Handel Spielraum für die Darstellung der Leistung eines Produktes und seiner Wertigkeit. Der Blick auf die ersten drei in der IRI-Studie genannten Kaufkriterien „fachkundiges Personal“, “Personal nimmt sich Zeit für Beratung“ und “große Auswahl“ machen deutlich, dass Käufer von selektiver Kosmetik nicht in erster Linie Schnäppchenjäger sind. Sie möchten in angenehmer Atmosphäre professionell beraten werden. Ein weiterer Problembereich der Branche, die Vielzahl an Neuheiten, besteht weiterhin: allein bei den Düften gab es mehr als 200 neue Varianten und damit erneut 11 Prozent mehr Neuheiten als im Jahr 2005. Dies führte in den vergangenen Jahren zu Verdrängung überwiegend unter den nicht mehr so aktuellen Einführungen, aber auch Verdrängung in Richtung der Kernkompetenz dieser Industrie, der Klassiker.
2006 wurde dennoch deutlich, dass Neuheiten und Klassiker gut nebeneinander existieren und gemeinschaftlich zu einem erheblichen Marktwachstum beitragen können. 60 Prozent der jüngeren Konsumenten probieren gerne neue Düfte aus. Je älter die Konsumenten werden, umso mehr tendieren sie zu den Klassikern und sind dabei weniger ausprobier- und wechselbereit.

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