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Handy-Gebühren fallen in den Sommerferien

13. Jun 2007 | Märkte + Macher

Billigeren Handy-Telefonaten im Ausland steht nichts mehr im Weg. Die EU-Telekom-Minister haben die beschlossenen Preisgrenzen abgesegnet. In Deutschland kommen die ersten Verbraucher Mitte August in den Genuss des neuen Euro-Tarifs.

Das EU-Gesetz für niedrigere Handy-Auslandsgebühren ist unter Dach und Fach. Zwei Wochen nach dem Europaparlament haben nun auch die 27 für Telekommunikation zuständigen EU-Minister die Verordnung abgesegnet. Damit werden bereits in diesen Sommerferien die Tarife auf eine Obergrenze von zunächst 49 Cent je Minute für abgehende und 24 Cent für angenommene Gespräche sinken – hinzu kommt allerdings noch die Mehrwertsteuer des jeweiligen EU-Landes.
„Heute ist ein sehr guter Tag“, sagte Bundeswirtschaftsminister und EU-Ratspräsident Michael Glos (CSU). „Ich freue mich für alle europäischen Verbraucher.“ EU-Medienkommissarin Viviane Reding forderte eine schnelle und effiziente Umsetzung. Sie hatte seit Jahren gegen überteuerte Roaming-Gebühren gekämpft, die nach ihren Angaben bis zu drei Euro pro Minute kosten. „Das war ein langer Kampf der europäischen Institutionen gegen hohe Handy-Gebühren“, sagte sie. „Der Markt hat das Problem nicht gelöst, darum musste die Kommission einschreiten.“ In Deutschland liegt die Preisgrenze inklusive Mehrwertsteuer praktisch bei 58,31 Cent. Eingehende Gespräche dürfen mit Steuer nicht mehr als 28,56 Cent kosten. Die Neuregelung soll am 29. Juni im Amtsblatt erscheinen. Einen Monat später müssen die Mobilfunkbetreiber dann alle ihre Kunden anschreiben und ihnen den neuen Euro-Tarif anbieten. Die ersten Verbraucher dürften noch vor Ende der Sommerferien in den Genuss günstigerer Handy-Tarife kommen.
Nach Angaben von E-Plus dürften die ersten Kunden Mitte August auf den neuen Verbraucherschutztarif umgestellt werden. T-Mobile will die von der EU geforderten Anpassungen „so schnell wie möglich“ vornehmen, wie ein Sprecher sagte. Der genaue Termin für die Umstellung der Kunden sei aber noch offen. Auch bei Vodafone und O2 hieß es, die Unternehmen wollten den EU-Vorgaben folgen. Die Firmen verwiesen zugleich auf eigene Angebote, die zum Teil noch unter den neuen EU-Höchstgrenzen lägen.
In den kommenden zwei Jahren sinken die Höchstpreise automatisch: Die verpflichtende Obergrenze für abgehende Gespräche fällt ab Sommer 2008 auf 46 Cent, im Sommer 2009 auf 43 Cent vor Mehrwertsteuer, mit Steuer nach derzeitigem Satz also etwa 55 respektive 51 Cent. Für die Annahme von Gesprächen sollen dann höchstens noch 22 und 19 Cent anfallen, mit Steuer also etwa 26 und 23 Cent. 

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