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IAW, Köln: Trends, Gewinner und Messeklatsch

16. Sep 2008 | Märkte + Macher

Vom 9. bis 11. September trafen sich auf der Internationalen Aktionswarenmesse in Köln wieder Anbieter und Einkäufer der Trend- und Postenbranche. Diskutiert wurde in diesem Jahr über ein Thema: Der Wettkampf zwischen den Messeveranstaltern der IAW und der Goodies.

Im nächsten Frühjahr bekommt die allseits bekannte Feindschaft der beiden Rheinstädte Düsseldorf und Köln eine neue Dimension. Denn vom 24. bis 26. März 2009 soll auf dem Messegelände Düsseldorf die sogenannte „Goodies XXL“ vom Posten-Center in Ankum stattfinden. Zusätzlich zur Goodies im Januar in Ankum will Georg Dobelmann eine große Messe ins Rennen schicken. Just eine Woche bevor in Köln die Nordwestdeutsche Messegesellschaft von Ulrich Zimmermann wieder zur IAW einlädt. Die dann neunte Veranstaltung wird vom 1. bis 3. April stattfinden.
Auf der diesjährigen IAW war die neue Konkurrenz nebenan denn auch das Hauptthema. Eine nicht repräsentative Umfrage unter den Ausstellern brachte kein klares Ergebnis zu tage. Der größte Teil der Aussteller war mit der Herbstveranstaltung zufrieden und hält der IAW als professionelle Plattform für die Branche auch weiterhin die Stange. Ein kleinerer Teil wechselt komplett das Lager in Richtung Posten-Center. Der Rest will sich nicht festlegen und stellt entweder auf beiden Plattformen aus oder legt im Frühjahr erst mal eine Messepause ein.
Einig waren sich sowohl Besucher und Aussteller darüber, dass langfristig keine zwei großen Messen in diesem Markt bestehen können. Die Branche benötige eine große und professionelle Plattform für Geschäfte mit den Handelskonzernen. Der aktuelle Messekrieg schade dieser Zielsetzung dagegen nur. „Das ist doch wie im Kindergarten“, war denn auch immer wieder auf den Gängen – sowohl von enttäuschten Ausstellern wie auch Besuchern - zu hören. Auch für die Einkäufer wird die Entscheidung, auf welcher Plattform sie zukünftig ihre Geschäfte tätigen werden, schwerer werden.

Viele Gewinner auf der IAW
Stabile Aussteller- und positive Besucherzahlen stimmten die Beteiligten auf dieser Herbstveranstaltung positiv. Ähnlich wie im vergangenen Frühjahr stellten 220 Anbieter von Aktionswaren und Trendartikeln auf der Messe aus. Dabei wurde ein Trend zur Spezialisierung deutlich. Während auf den vergangenen Messen viele Allround-Anbieter zu finden waren, gab es in diesem Jahr mehr Spezialisten. Doch für jedes Sortiment waren passende Anbieter anwesend: Von Fahrrädern über Glas und Porzellan bis zu hochwertigen Outdoor-Möbeln.
Im Trendforum der IAW gaben zahlreiche Handelsexperten Tipps für erfolgreiches Ein- und Verkaufen. Zuerst der bekannte Handelsberater Ulrich Eggert zum Thema „Konsumtrends und wie Aktionswarenanbieter daraus mehr Geschäft generieren können“. Seine Tipps an die Anwesenden: „Erhöhen Sie den Dienstleistungsanteil Ihrer Produkte und kooperieren Sie mit anderen Anbietern!“
Im zentrada-Forum wurden Erfolgsmodelle für den Internethandel diskutiert. Zentrada-Geschäftsführer Ingo Schloo präsentierte die nächste Generation des Online-Marktplatzes: „Wir werden die erste Community im Konsumgüterhandel einführen!“ Um die Sicherheit des Internethandels noch weiter zu erhöhen wird es auf zentrada in Zukunft Mitgliederprofile und –austauschforen ähnlich wie bei bekannten Online-Communities geben.
Am Anschluss daran gab der eCommerce-Experte Friedrich Schreieck von der Shoptimax GmbH in Nürnberg konkrete Tipps für den Aufbau eines Webshops. Sein Rat: „Unterschätzen Sie weder das Budget noch den Zeitaufwand dabei! Erstellen Sie einen realistischen Plan, nur dann können Sie auch realistische Umsätze machen!“
Höhepunkt des zentrada-Forums war die Verleihung des Awards für die besten Großhandels-Onlineshops, über die Zentralmarkt bereits berichtete. 

Erfolgsversprechende Trendprodukte ausgezeichnet
Auf der Suche nach erfolgreichen Trendsellern wurde der Veranstalter auch in diesem Jahr wieder fündig. Den ersten Platz im Wettbewerb belegte eine pfiffige Umhängetasche, die komplett aus ausgedienten KFZ-Nummernschildern und Reifenschläuchen produziert war. „Die perfekte Verbindung aus Lifestyle und Verantwortung“, so die Jury. Vertrieben wird die Tasche von der Firma haltermann + schulte aus Bremen. Entscheidende Kriterien bei der Vergabe des Awards sind das Design, der Innovationsgrad, die Verkäuflichkeit, die Qualität, die Usability und Verpackung sowie das Preis-Leistungsverhältnis. Die Fachjury aus Handel und Werbung, mit Experten von der IHK Köln, dem Einzelhandelsverband Köln sowie dem renommierten Handelsexperten Ulrich Eggert, hat besonders die perfekte Verbindung von modischem Anspruch und verantwortungsvollem Recycling überzeugt: „Diese Tasche ist exklusiv, extravagant und hat einen extrem hohen Aufmerksamkeitswert – genau das, was Konsumenten heute wollen“, sagt Trendexperte Ulrich Eggert, „gleichzeitig besteht sie aus Recycling-Material wie schwerem Gummi und Nummernschildern und ist damit auch aus ökologischer Sicht ein echtes Trendprodukt.“ Auch die angenehme Haptik des Gummis und die robuste Verarbeitung hat die Jury überzeugt.
Den zweiten Preis teilen sich in diesem Jahr die Firma TrusCo Merchandising, Hong Kong, sowie Isotronic Mezger KG aus dem süddeutschen Horb. TrusCo erhielt den Preis für eine pädagogische Zahnbürste, die auch jüngste Zahnputzmuffeln mittels Sprachchip zur Zahnpflege motiviert. Mit einem rund dreiminütigen Lernprogramm wird den Kindern eine leicht verständliche Anleitung zum richtigen Zähneputzen gegeben. Natürlich erkennt die Zahnbürste auch, wenn zu früh mit dem Putzen gestoppt wird und gibt am Ende ein Urteil ab. „Hier hat uns der pädagogische Nutzwert und das trendige, kindgerechte Design überzeugt. Außerdem gibt es noch kein vergleichbares Produkt auf dem Markt“, sagt Marnie Metjengerdes, Jury-Mitglied von der ADWORK Werbeagentur GmbH aus Oldenburg. Die Firma Isotronic hingegen wurde für eine runde Mehrfachsteckdose ausgezeichnet, bei der auch überformatige Stecker – zum Beispiel Trafostecker – nicht die benachbarte Buchse blockieren.
Mit einem dritten Preis wurde ein neues Tattoo-Spray ausgezeichnet: Mit dieser Neuheit der Firmen Tattoo-Star, Hassmerheim, und Newpharm aus dem schweizerischen Lugano, kann sich jeder innerhalb weniger Minuten sein Wunschtattoo mit einer eigens dafür entwickelten Spraydose auf die Haut sprühen. Das hautverträgliche Tattoo hält sich etwa fünf Tage auf der Haut und ist danach problemlos abwaschbar. Das Spray-Tattoo ist vom klassischen und schmerzhaften Tattoo praktisch nicht zu unterscheiden. Die ideale Lösung also für alle, die sich zum Beispiel für eine Party stylen wollen, aber die Langzeitwirkung eines „echten“ Tattoos fürchten. „Das ist eine Neuheit, die natürlich insbesondere die junge und trendbewusste Zielgruppe voll überzeugt“, bewertete Messeveranstalter und Jury-Mitglied Ulrich Zimmermann diese Innovation.


Text: Martina Schimmel-Schloo


Link: www.iaw-messe.de

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