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KARE Design: Mehr Geschmack als Geld

27. Okt 2009 | Märkte + Macher

Was 1981 als studentischer Regalladen begann, wuchs in München rasant zum Trendsetter für modernes und leidenschaftliches Wohnen heran. zentrada.magazin hat das innovative Unternehmen in Garching besucht.

Treppenaufgang in der KARE-Redboxx
Treppenaufgang in der KARE-Redboxx

Es begann mit einem kleinen Laden mit 40 Quadratmetern in der Münchner Karlstraße. Die beiden Unternehmer Peter Schönhofen und Jürgen Reiter kannten sich bereits aus ihrer Schulzeit, hatten gemeinsam Betriebswirtschaftslehre studiert und wollten in ihrem Laden Regale verkaufen.
„Damals war das eine echte Marktlücke. Es gab einfach keine Regale, die die Kunden an ihre Bedürfnisse anpassen konnten“, erklärt Peter Schönhofen. Heute umfasst die globale Marke "KARE Design" ein Netzwerk von zahlreichen KARE Shops, mehr als 35 Franchise Partnern, internationalen Verkaufsbüros, eigenen Designern und Produzenten in mehr als 60 Ländern.

Im Videointerview berichtet Peter Schönhofen vom erfolgreichen KARE-Konzept

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Dass sie sich nicht alleine auf den Verkauf von Regalen beschränken werden, war den beiden Händlern bereits frühzeitig klar. „Wir hatten schon immer ein Faible für nützliche Produkte, die gut und geschmackvoll aussehen. Leider ist Design häufig viel zu teuer!“.
Genau in diese Lücke stößt die Marke KARE. Getreu dem Motto „Mehr Geschmack als Geld“ gibt es hier in gut gestaltete Produkte für den Hausgebrauch zu bezahlbaren Preisen. „Wir sind nicht billig, aber die Preise sind bezahlbar. Wichtig ist dass das Preis-Leistungsverhältnis für den Kunden stimmt.“

Die Kraft der starken Marke
Die Entwicklung von Eigenprodukten begann bereits kurz nach der Eröffnung des Regal-Ladens. „Wir hatten damals den ersten CD-Ständer für unter 100 DM im Laden. Heute ist das kein Problem mehr, aber damals gab es das sonst nirgendwo.“ Produziert wurde im Mutterland des Designs – Italien. „Das war ein Meilenstein für unsere weitere Entwicklung. Daraufhin sind wir recht schnell in den Großhandel eingestiegen.“
Frühzeitig setzen die beiden Gründer auf die Kraft einer starken Marke. „Etwas Eigenes war uns von Anfang an wichtig. Wer sich von KARE inspirieren lässt, ist weltoffen, tolerant, spontan, trendorientiert, humorvoll - und wahrscheinlich auch ein bisschen verrückt“, so Schönhofen lächelnd. In der Geschäftsführung des Unternehmens ist er für den Bereich Marketing und Vertrieb zuständig, während sein Kollege Reiter das Design und die Zahlen verantwortet.
Von Anfang an wird parallel zur Entwicklung der eigenen Läden auch die Produktentwicklung nach oben getrieben. Und mit der Entwicklung des Franchise-Konzepts steigt die Expansion gerade auch im Ausland rapide an. (Siehe Kasten) Mittlerweile gibt es 40 Franchise-Shops, davon 38 im Ausland. „In Deutschland gibt es schon heute eine große Dichte von Einrichtungshäusern. Hier arbeiten wir stark mit Shop-in-Shop-Konzepten und Systemflächen.“

Expansion mit Franchise
Die Eröffnung eines Franchisebetriebs steht und fällt mit der Unternehmerpersönlichkeit. „Wir suchen Menschen, die sich mit unserer Philosophie identifizieren und die gerne etwas aufbauen wollen“, erklärt Schönhofen. Der unternehmerische Freiraum wird dabei genau definiert. Die Feinabstimmung der Produkte erfolgt lokal den Marktgegebenheiten und auch den Vorlieben der Bevölkerung entsprechend angepasst.
Der Vertrieb der Produkte als Großhändler erfolgt selektiv. „Ein Händler muss ein gewisses Engagement für KARE zeigen.“ Engagement, das sich aber nicht in einer großen Anzahl von Produkten zeigen muss, sondern möglicherweise auch nur in der Präsentation eines kleinen Ausschnitts. „Wir achten darauf, dass die Konkurrenz in einer Stadt mit unseren Produkten nicht zu groß wird.“

Der Showroom in Garching – die sogennante KARE Redboxx – misst 2500 Quadratmeter und gilt mittlerweile in der Branche als Laufsteg für die neuesten Topmodelle der Einrichtungswelt. Hier präsentiert KARE die neuen Looks und zeigt angesagte Kreationen der kommenden Saison. Zweimal im Jahr gibt es eine Hausmesse, zu der viele Kunden nach Garching kommen. Denn die Fahrt lohnt sich.
Die Produkte werden thematisch passend in einer teilweise Aufsehen erregenden Inszenierung präsentiert. „Wir wollen den Händlern nicht nur Produkte verkaufen sondern ihnen auch Ideen für die Gestaltung mitgeben.“ Da kann es dann auch vorkommen, dass sich aus dem Bett ein Arm mit einer Handschelle herausschält.
Jedes Jahr sorgen 1500 Neuheiten für eine spannende Trendshow voller Überraschungen. Insgesamt umfasst das Sortiment etwa 4500 Produkte. Die neuen Produkte werden nicht gesondert gekennzeichnet, sondern in eine passende Inszenierung eingearbeitet.
„Schließlich ist ja letztlich egal für einen Kunden, ob ein Produkt neu ist. Wichtig ist, dass es für ihn selbst neu ist.“

Preissensibilität ist das Gebot der Stunde
Die viel beschworene Wirtschaftskrise ist an dem innovativen Unternehmen bislang vorbei gegangen. „Wir spüren allerdings in einigen Auslandsmärken eine mehr oder weniger starke Kaufzurückhaltung – gerade bei langlebigeren Konsumgütern wie Möbel. Niedrigpreisige Dekoartikel laufen jedoch nach wie vor überall. Teilweise sogar mehr, da viele Kunden sich sich gerade in der Krise die Wohnung mit kleinen Details aufhübschen.“
Bereits Ende 2008 wurde das Sortiment in Hinblick auf die Krise überarbeitet. „Wir haben mehr günstige Artikel ins Sortiment genommen und die verschiedenen Preisstufen neu gesetzt. Wir haben erwartet, dass sich das Preisniveau für Spontankäufe reduzieren wird, deshalb haben wir mehr Produkte in den unteren Preisstufen entwickelt. Preissensibilität ist das Gebot der Stunde!“
In den nächsten Jahren soll die Expansion noch weiter fortschreiten, sowohl mit Franchise im Ausland wie auch mit Shop-in-Shop-Konzepten im Inland. „Emotionale Produkte und Konzepte wie das von KARE werden in Zukunft noch stärker als bisher gefragt sein. Schließlich wird es immer wichtiger sich vom Einerlei des Produktangebots abzuheben“, blickt Schönhofen zuversichtlich in die Zukunft. Man darf gespannt sein, welches Land das Möbelhaus mit den verrückten Ideen als nächstes erobern wird.


Expansion aus der Münchner Karlstraße
1981: Eröffnung eines Regalladens in der Münchner Karlstraße mit 40 Quadratmeter
1987 - 2003: Münchener Eröffnungen von KARE-Designhaus sowie weiteren KARE-Läden in Wien und dem Modeladen Stierblut in München. Außerdem werden Einkaufsbüros in Osteuropa und China etabliert.
2004: Eröffnung in den Münchner Riem-Arkaden und des Modeladens Stierblut Woman.
2005: Umzug des Headcenters KARE Design in Garching-Hochbrück in den Büro Glastower, Eröffnung der Ideenschmiede redboxx als Showroom sowie Shops in Budapest (Ungarn), Split (Kroatien) und Prag (Tschechien).
2006: Eröffnung Bukarest (Rumänien), Zadar (Kroatien) sowie in Zürich.
2007: Eröffnung in Lyon (Frankreich), Luxemburg, Bangkok (Thailand), Arezzo (Italien), Zagreb (Kroatien), Thessaloniki (Griechenland), Tjumen (Russland), Banja Luca (Bosnien), Malta, Jeddah (Saudi Arabien), Bratislava (Slowakei), Amman (Jordanien) sowie in Kuwait.
2008: Eröffnung in Lorient (Frankreich), Bratislava (Slowakei), Galati (Rumänien), Zypern (Griechenland), Sewastopol (Ukraine), La Reunion, Mumbai (Indien), Kalkutta (Indien) sowie ein zweiter Shop in Bukarest (Rumänien) und ein Shop in Regenburg.
2009: Eröffnung in Podgorice (Montenegro), Beirut (Libanon), Al Khobar (Saudi Arabien), Jeddah (Saudi Arabien), Kairo (Ägypten), Belgrad (Serbien) sowie in Schweinfurt. 



Text: Martina Schimmel-Schloo

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