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Lidl überholt Aldi in Europa

19. Dez 2007 | Märkte + Macher

In Ländern, in denen Aldi und Lidl im Wettbewerb stehen, hat Aldi meistens einen deutlich höheren Marktanteil. In Deutschland entwickeln sich die Preise auseinander. Der Marktforscher Nielsen hat das Wettrennen zwischen Aldi und Lidl genauer untersucht.

Ein Meilenstein im europaweiten Wettrennen der Discountunternehmen Aldi und Lidl: Erstmals in der Geschichte verfügt Lidl mit 7.271 Geschäften europaweit über mehr Verkaufsstellen als Aldi mit 6.997 Geschäften. Allerdings konzentriert Aldi seine Aktivitäten auf zehn Länder in Europa und platziert hier in der Regel ein Geschäft pro 25.000 Einwohner. Lidl ist dagegen in fast doppelt so vielen Ländern präsent, darunter einige skandinavische Länder sowie die neuen EU-Mitgliedsstaaten. Und die Entwicklung geht weiter: Während Aldi in den letzten Jahren fast täglich irgendwo in Europa ein neues Geschäft eröffnete, baute Lidl die Zahl seiner Verkaufsstellen mit nahezu doppelter Geschwindigkeit aus.
In den Ländern, in denen Aldi und Lidl im Wettbewerb stehen, hat Aldi allerdings mit Ausnahme von Frankreich den deutlich höheren Marktanteil. Beispiel Deutschland: Ein Viertel der Umsätze im deutschen Lebensmitteleinzelhandel landet in den Kassen von Aldi und Lidl, davon erhält Aldi mit 60% den Löwenanteil. Europaweit verzeichnet Aldi dabei insgesamt stabile Umsätze bei leicht sinkenden Umsätzen pro Geschäft. Die Umsätze von Lidl steigen demgegenüber: fast ein Viertel des gesamten Umsatzwachstums im CPG-Bereich von 10 europäischen Ländern ist auf die Umsatzentwicklung von Lidl zurückzuführen – diese basiert allerdings auch auf der Expansion der Verkaufsstellen.
„Hauptursache des Lidl-Erfolges dürfte die Präsenz von Herstellermarken im Sortiment sein, während Aldi überwiegend auf Eigenmarken setzt. Zudem steigt die durchschnittliche Artikelanzahl bei Lidl so stark an, dass dies für die Verbraucher zu einem weiteren Differenzierungsmerkmal gegenüber Aldi wird“, so Michaela Hockenberger, Director Marketing & Corporate Communications bei ACNielsen, Frankfurt.
Indessen stellt sich Aldi in vielen Ländern preisaggressiver dar als Lidl. Selbst in den Niederlanden, in denen Lidl keine Markenartikel anbietet, liegt das Preisniveau von Aldi unter dem von Lidl. Für Deutschland gilt sogar, dass die Preisaggressivität bei Aldi insgesamt leicht zugenommen, bei Lidl dagegen abgenommen hat. Ergebnis: Die Preise beider Discountunternehmen entwickeln sich auseinander.


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