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Metro: Kaufhof wird verkauft

20. Mrz 2008 | Märkte + Macher

Der neue Metro-Chef Eckhard Cordes stellt die Weichen für eine Neuordnung des größten deutschen Handelskonzerns und erwägt dabei auch den Verkauf seiner Warenhaustochter Kaufhof. "Galeria Kaufhof ist für das Wachstum der METRO Group nicht entscheidend", sagte Cordes auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens.

Nachdem es bislang nur Spekulationen darüber gab, wurde es nun endlich klar ausgesprochen: „Wir wollen das Warenhausgeschäft komplett abgeben.“ Eine mit der Metro gut vertraute Investmentbank befasse sich bereits mit der Vorbereitung. „Galeria Kaufhof ist ein erfolgreiches, jedoch aus Konzernsicht kein strategisches Geschäft“, sagte Cordes. Er betonte aber auch, dass es keinen Grund für überstürztes Handeln gebe. „Kaufhof verdient Geld.“
Metro Cash & Carry wird als wichtigster Wachstumstreiber mit Nachdruck weiter entwickelt und internationalisiert. "Wir werden unsere Expansion in Osteuropa und Asien mit hohem Druck fortsetzen und auf den Zukunftsmärkten signifikante Marktanteile erringen", sagte Cordes. Darüber hinaus prüft das Unternehmen gegenwärtig auch die Möglichkeiten einer Expansion in weitere Länder. Um die Produktivität der Vertriebslinie in den reifen Märkten Westeuropas zu erhöhen, sollen neue Services eingeführt werden. So werden z.B. das Customer Relationship Management intensiviert und eine generelle Liefermöglichkeit für die Kunden geprüft.
Doch für die übrigen Unternehmensteile könnte eine neue Ära anbrechen: Auf die Lebensmitteltochter Real kommen zwei Jahre harte Sanierung zu, in der sie die Wende schaffen muss. Ansonsten will Cordes Konsequenzen ziehen und Real möglicherweise verkaufen. Die Supermarktkette Real konnte 2007 die Umsatzentwicklung stabilisieren, verzeichnete jedoch - auch wegen hoher Investitionen in Osteuropa - operativ einen Verlust von 16 Millionen Euro nach einem Gewinn von 70 Millionen Euro im Vorjahr. Cordes will Real mit stärkeren Eigenmarken, weiteren Kostensenkungen und einer Werbekampagne in die Spur bringen. Die rund 40 schwächsten SB-Warenhäuser hätten 2007 einen Verlust von 40 bis 50 Millionen Euro erwirtschaftet. Es werde nach Lösungen für diese Märkte gesucht, hieß es. Schließungen oder Verkäufe sind nicht ausgeschlossen.
Mit den Ertragsperlen Media Markt und Saturn will Cordes die Expansion vorantreiben und neue Märkte erschließen. Auch ein Gang an die Börse ist im Gespräch.

Link: www.metrogroup.de

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