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Plus-Übernahme durch Edeka: Bundeskartellamt hat Bedenken gegen Zusammenschluss

08. Apr 2008 | Märkte + Macher

Das Bundeskartellamt hat der Unternehmensgruppe Tengelmann den Entwurf einer Entscheidung zu dem Zusammenschluss Plus/Netto Marken-Discount übersandt. Darin äußert das Bundeskartellamt wettbewerbsrechtliche Bedenken.

EDEKA und Tengelmann beabsichtigten, ihre deutschen Lebensmittel-Discount-Aktivitäten („Netto“ bzw. „Plus“) in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenzuführen. Das Bundeskartellamt befürchtet, dass die EDEKA-Gruppe durch den Zusammenschluss auf verschiedenen Märkten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels eine beherrschende Stellung erreichen könnte.
EDEKA würde nicht nur einen nach seinem Vertriebskonzept engen Wettbewerber übernehmen, sondern auch ihre regionale und bundesweite Marktabdeckung deutlich ausbauen.
Das Zusammenschlussvorhaben betrifft den deutschen Markt für den Lebensmitteleinzelhandel. Dieser Markt war in den vergangenen Jahren einem radikalen Konsolidierungsprozess unterworfen. Heute entfallen zirka 90 Prozent des inländischen Marktvolumens auf EDEKA, die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), Aldi, REWE, Metro und Tengelmann. Marktführer ist EDEKA mit einem Marktanteil von 25 Prozent.
Im Lebensmitteleinzelhandel unterteilt das Bundeskartellamt das Bundesgebiet in einzelne regionale Märkte. In einem weit überwiegenden Anteil der rund 100 Regionalmärkte, die das Bundeskartellamt näher untersucht hat, ergaben die Ermittlungen des Bundeskartellamts eine marktbeherrschende Stellung nach dem Zusammenschluss. EDEKA würde ihr erhebliches unternehmerisches Potential durch den Zusammenschluss noch weiter ausbauen. Mit Netto Marken-Discount und den EDEKA Supermärkten hat EDEKA sich sowohl im Vollsortiment als auch im ebenfalls markenorientierten sog. "Soft-Discount" positioniert. Schon heute ist EDEKA wie kaum ein anderes Handelsunternehmen in der Lage, verschiedene Kundengruppen über das eigene Unternehmen anzusprechen und seine Marktstärke insbesondere im Bereich der Markenprodukte auszuspielen.
Nicht zuletzt würde der Zusammenschluss die heute ohnehin schon bestehende hohe Marktkonzentration bei der Warenbeschaffung verschärfen und zu noch größeren Abhängigkeiten der Lieferanten führen. Der Ausbau der Machtposition der EDEKA auf den Beschaffungsmärkten würde auch ihre Marktstellung auf den Absatzmärkten weiter stärken, zumal EDEKA die Standorte von der zu übernehmenden Plus weitestgehend auf das – wirtschaftlich erfolgreichere - Netto-Markendiscount-Konzept umstellen will.

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