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Schleudermaxx: Schnäppchen soweit das Auge reicht

29. Apr 2008 | Märkte + Macher, Unternehmensportraits

Im kleinen Linden – in der Nähe von Pfarrkirchen – befindet sich der größte Sonderpostenmarkt Bayerns. Auf über 10.000 Quadratmetern bietet Schleudermaxx alles im Bereich Non-Food an. Zentralmarkt hat Schleudermaxx-Chef Günther Haslinger besucht und nach seinen Erfolgsgeheimnissen befragt.

Schleudermaxx: Bayerns größter Sonderpostenmarkt
Schleudermaxx: Bayerns größter Sonderpostenmarkt

Am 6. Juli 1995 fing alles an. In Linden eröffnete Schleudermaxx, der größte Sonderpostenmarkt in Bayern. Mit elf Mitarbeitern und viel Enthusiasmus wurden Kleinmöbel, Sportgeräte, Textilien, Werkzeuge und Schuhe aus Überproduktionen und anderen Sonderposten angeboten. Das Einzugsgebiet von Schleudermaxx ist beträchtlich. Geworben wird mit einem Werberadius von 60 Kilometern, hauptsächlich mit Prospekten in Zeitungen oder direkt in den Briefkasten. Und aus diesem Umkreis kommen auch die Kunden nach Linden zum Schnäppchenkauf. Im Zuge der Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes wurden die Ladenöffnungszeiten auf Montag bis Freitag von 12 bis 20 Uhr und am Samstag von 9.30 bis 18 Uhr verändert. Außerdem gibt es vier verkaufsoffene Sonntage – immer im Rahmen örtlicher Feste, so wie es die bayerische Regelung erlaubt.

Vertrauensvolle Beziehungen
Der Geschäftsführer Günther Haslinger ist von Anfang an dabei. In der Unternehmensgruppe von Familie Weber, die neben dem Schleudermaxx noch Einrichtungshäuser in Pfarrkirchen und Rosenheim betreibt, ist er bereits seit über 20 Jahren tätig – vorher im Mitnahmebereich des Möbelhauses im Einkauf. Und diese Kernkompetenz hat ihm auch beim Aufbau des Postenmarktes sehr geholfen. Auch wenn es jetzt natürlich ein komplett anderes Geschäft ist. „Vorher habe ich ja Sortimente eingekauft, da wird eigentlich immer nur nachbestellt. Jetzt gehen wir aktiv auf die Suche nach attraktiven Posten. Denn es gibt nicht allzu viele davon“, erklärt Haslinger die größten Unterschiede. Haslinger kauft deshalb permanent ein und permanent kommen auch LKWs mit neuer Ware nach Linden.
Und natürlich muss er beim Einkauf auch gleich abschätzen, wie gut der Artikel sich abverkaufen lässt. „Das ist das größte Risiko in diesem Geschäft. Besonders natürlich, dass man zuviel kauft und auf der Ware sitzen bleibt. Aber auch von einem Renner-Artikel zu wenig kaufen und dann ein mögliches Geschäft nicht tätigen, ist ein Risiko.“ Die Produkte werden immer in großen Mengen eingekauft – teilweise LKW-weise, so dass ein günstiger Preis erzielt werden kann.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor im Einkauf sind gute und verlässliche Beziehungen zu den Lieferanten. „Wir haben uns über die Jahre einen guten Ruf als Abnehmer und zuverlässiger Zahler aufgebaut. Das ist sehr wichtig, denn gerade bei guten Posten hat der Verkäufer die Qual der Wahl. Und natürlich verkauft er lieber an einen Kunden, den er mag und dem er vertraut“, schmunzelt der niederbayerische Händler.

Vom Allzweckreiniger bis zur Zimmerpflanze
Das Schleudermaxx-Sortiment besteht aus allem, was es im Non-Food-Bereich gibt – von Möbeln über Computer bis zu Haushaltswaren. Alles ist nach Warengruppen geordnet. „Das ist ein wichtiger Punkt – auch in einem Postenmarkt. Wenn Sie bei unserer Größe alle Postenangebote ungeordnet in der Mitte auftürmen, dann findet sich kein Kunde zurecht. Anfangs wurde alles auf Paletten und in Kartons mit nur einem Ausstellungsstück auf zwei Etagen präsentiert.
Später kamen eine große Pflanzenabteilung, eine Möbelausstellung sowie eine Schuh- und Bekleidungsabteilung hinzu. Die große Lagerfläche ermöglicht, dass fast alle Möbelartikel sofort zum Mitnehmen angeboten werden können. Im Oktober 2002 wurde dann das zweite Obergeschoss dazu genommen – mit einer 3.500 Quadratmeter großen Möbelausstellung.
Im Erdgeschoss befinden sich heute neben der Pflanzenabteilung Drogerieartikel, Putzmittel, Leuchten und Haushaltsartikel. Das erste Obergeschoss ist voll mit Textilien, Schuhen, Bildern, Teppichen und Stoffen. Im Eingangsbereich gibt es seit 2004 noch einen Computer-Handy-Shop – und im angrenzenden Nebengebäude einen Fußbodenmarkt.
Die meisten Produkte werden direkt auf Paletten präsentiert. Nur bei Produkten, die weniger häufig gehen sowie bei einem gewissen Basissortiment werden die Produkte in Regalen oder Hängern präsentiert. „Die Palettenpräsentation in langen Gängen ist quasi unser Markenzeichen“, erklärt Haslinger. „Es sieht nach Postenangebot aus und spart an Nachfüllkapazität. Denn der Kunde füllt ja quasi selbst nach.“
Der überwiegende Anteil der angebotenen Produkte sind wechselnde Postenangebote. Nur ein gewisses Basissortiment wird über ein festes Sortiment von Systemlieferanten abgedeckt. „Schließlich müssen wir den Grundbedarf des Konsumenten absichern“. Doch auch in diesen Bereichen werden dann Posten angeboten, wenn es sie gibt. „Der Posten ist natürlich deutlich günstiger – und hier greift der Kunde dann auch schnell zu.“

Familiärer Führungsstil
Heute arbeiten knapp 60 Mitarbeiter für das Unternehmen, das sehr familiär geführt wird. „Bei uns packt jeder mal mit an. Wenn beispielsweise der Verkaufsraum voller Kunden ist, dann gehen auch die Verwaltungsmitarbeiter in den Verkauf. Oder wenn ein ganzer LKW mit Paletten kommt, helfen alle mit. Schließlich muss es schnell gehen“, berichtet Haslinger.
Den Einkauf bewältigt Haslinger selbst – gemeinsam mit einem Kollegen, der Werkzeuge, Leuchten, Farben und Batterien einkauft - sprich „alles wo Strom durchgeht“. Derjenige, der die Ware einkauft, ist auch für den Verkauf verantwortlich, von der Präsentation im Laden bis zu Werbevorschlägen.
Schleudermaxx arbeitet mit geringem Verwaltungsaufwand und wenig Dekoration. Die Paletten werden direkt in den Verkaufsraum gezogen und abverkauft. „Man merkt einfach, dass es ein Familienbetrieb ist. Jeder kennt jeden – und das macht auch den Erfolg aus. Die persönliche Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen ist extrem wichtig!“
Wenn Haslinger dann auf die aktuellen Bespitzelungen in verschiedenen Discountmärkten zu sprechen kommt, dann wird er ärgerlich: „Da fragt man sich, welches Menschenbild hinter derartigen Aktionen steckt und was sich die Ausführenden dabei wohl gedacht haben.
Haslinger ist stattdessen lieber selbst gerne auch im Laden unterwegs. „Ich beobachte unsere Kunden. Wie sie auswählen, wie sie sich entscheiden.“ Und schmunzelnd erzählt er die Geschichte, als er einen Vater mit seinem Sohn in der Möbelabteilung beobachtete. Damals waren die Artikel einmal komplett aufgestellt und dahinter als Versandkarton direkt zum Mitnehmen präsentiert. Doch als der Sohn bemerkte: „Papa, lass uns gehen, hier gibt’s doch nur Schachteln“ gab ihm das sehr zu denken. Deshalb wurde die komplette Warenpräsentation umgestellt und ein Abhollager eingerichtet. „Da darf man keine Eitelkeiten haben. Der Kunde hat letztlich immer recht!“ 

Text Martina Schimmel-Schloo

Link: www.schleudermaxx.de

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