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Schömitz Sonderpostenlager: Immer wieder neue Ideen

22. Mrz 2007 | Unternehmensportraits

Schwarz-Gelb sind seine Farben, der aufgereckte Daumen das Firmenlogo: Schömitz Sopo-Lager aus Bielefeld ist ein erfolgreicher Lieferant von Geschenkartikeln, Schreibwaren, Spielwaren und Werkzeugen. Das Motto des Firmeninhabers Günter Schömitz lautet: „Immer flexibel sein – und immer wieder etwas neues ausprobieren.“

Günter Schömitz: Neid muss man sich erarbeiten
Günter Schömitz: Neid muss man sich erarbeiten

Günter Schömitz hat den Großhandel vor 15 Jahren gegründet. „Eigentlich wollte ich etwas kürzer treten“ schmunzelt der gebürtige Österreicher, der in Bielefeld längst heimisch geworden ist. Er erklärt: „Im Großhandel sind die Arbeitszeiten etwas angenehmer als im Einzelhandel.“ Ruhiger ist es aber kaum geworden. Kein Wunder, der umtriebige Unternehmer hat permanent neue Ideen, die er mit Begeisterung und Liebe zum Detail umsetzt. „Man muss sich im Handel immer etwas einfallen lassen und etwas Neues ausprobieren.“ Stillstand bedeutet Rückschritt, ist seine Devise.

Neid muss man sich erarbeiten
Schömitz ist seit Ende der 60er Jahre im Geschäft. Zuerst übernahm er das Einzelhandelsgeschäft seiner Eltern mit Schreibwaren und Geschenkartikeln und baute dieses rasant aus. Innerhalb von drei Jahren hatte er drei Geschäfte und außerdem den umsatzstärksten Lottoladen in der Region Bielefeld. „Meine Frau und ich durften einige Male als Incentive nach Las Vegas und Monte Carlo – das war eine schöne Zeit“, erinnert sich Schömitz.
Schon damals wurde parallel ein kleiner Großhandel mit einer Lagerhalle betrieben. Und schon zu dieser Zeit hat Schömitz gerne die bestehenden Regeln gebrochen. „Ich habe vor dreißig Jahren mal 19 Wagenladungen Ware gekauft und einfach einen leer stehenden Discountmarkt gemietet und die Ware als Schnäppchen verkauft.“ Damals eine kleine Sensation – und ein früher Vorläufer der heutigen Postenmärkte – die Kunden haben ihm die Bude eingerannt, die Konkurrenz hat ihn verflucht. Doch das hält einen Günter Schömitz nicht ab – sein Motto „Neid muss man sich erarbeiten. Mitleid bekommt man geschenkt.“
Schömitz verkaufte auch schon mal Spielwaren direkt ab LKW – „die Produkte waren bei mir so günstig, dass sogar die Konkurrenz bei mir gekauft hat“. Doch das vereitelte der Wettbewerb mit einer einstweiligen Verfügung. Schömitz kann so etwas nicht aufhalten, er probiert einfach etwas Neues aus.
Sukzessive sattelt er vom Einzelhandel auf den Großhandel um. Zuerst mit einer Lagerfläche von 1500 Quadratmetern in einer Tiefgarage. „Damals hatten wir noch Bedenken, ob die Fläche überhaupt benötigt wird. Doch schon nach kurzer Zeit war die Tiefgarage voll und wir mussten ein zweites Lager aufbauen.“
Seit zwei Jahren sitzt er nun mit seiner Firma und dem Hauptlager in der Bielefelder Böttcherstraße – mitten im Gewerbegebiet. Zwei- bis dreimal pro Woche kommt bei ihm neue Ware in Bielefeld an. „Wenn mir etwas günstig angeboten wird, schlage ich zu.“ Seine Entscheidungen trifft er innerhalb von wenigen Sekunden. „Entscheidend ist erst mal der Preis.“ Aber er ist nicht das alleinige Kriterium. „Ich möchte nicht die gleichen Importartikel aus China, die Sie heute überall finden. Ich suche die Produkte, die nicht jeder hat.“ Dabei verlässt er sich auf 15 bis 20 Stammlieferanten, die ihm regelmäßig ihre Überschüsse anbieten, unter anderem verschiedene Einkaufsverbände.

Breites Kundenspektrum
Sein Hauptgeschäft besteht heute zum Teil aus Markenware (zum Beispiel Duni oder Bodum) und klassischen Sonderposten-Artikeln. Das Sortiment erstreckt sich von Haushaltswaren, Geschenkartikeln und Spielwaren sowie Werkzeuge und Heimwerkerbedarf. Zirka 2000 Kunden finden sich in seiner Kundendatei. Diese kommen sowohl aus Deutschland, aber auch aus Österreich und Holland. Und viele von ihnen kommen auch regelmäßig ins Lager nach Bielefeld um die neuesten Trends und Produkte zu begutachten. Häufig handelt es sich dabei um Geschenkartikel- oder Blumenläden, Schnäppchenmärkte, aber auch Möbelhäuser und Schreibwarenläden kaufen bei ihm ein. „Unsere Kunden sind größtenteils normale Einzelhändler, die ihre Spanne erhöhen wollen und deshalb nach günstigen Einkaufsquellen suchen“. Aber auch große Ketten kaufen bei ihm ein – „allerdings ist das eher die Ausnahme, denn darauf bin ich eigentlich nicht ausgerichtet. Häufig habe ich gar nicht so viel von einem Produkt, wie die Ketten brauchen – und meine Logistik ist auch nicht darauf ausgelegt, an viele verschiedene Filialen eine kleine Menge zu liefern.“
Informiert werden die Kunden mit einem monatlichen eMail-Newsletter („Einmal im Monat ist genug, wir wollen unsere Kunden nicht nerven“), auf Messen (Goodies und zentrada-expo) mit Werbeanzeigen sowie im eigenen Online-Shop. Einen Katalog gibt es bei Schömitz nicht, dafür ist der Handel zu schnelllebig. „Bis ich den Katalog fertig hätte, wären die Produkte schon längst wieder ausverkauft“, grinst er. Immerhin schlägt sich sein Lager acht- bis zehnmal im Jahr um – eine beachtliche Leistung auch in der Postenbranche.
Dabei sieht man dem Lager seine enorme Effizienz gar nicht an – im Gegenteil. Auf jeder Palette findet sich das innen verpackte Produkt zum Anschauen und Anfassen. Alle Produkte nach Sortimenten und Farben sortiert.
Auch der Showroom im Eingangsbereich wird bewusst gestaltet – mit wechselnden Dekorationen. „Unsere Hauptthemen sind Ostern, Weihnachten und Schulanfang. Doch die Dekoration wird trotzdem alle drei Wochen verändert. Unsere Kunden wollen immer wieder etwas Neues sehen und sich Anregungen für ihre eigene Präsentation holen.“ Den richtigen Blick für die passende Deko hat seine Frau, die schon früher die Einzelhandelsläden gestaltet hat. Überhaupt ist Familie ein starkes Bindeglied in dieser Firma. Vom Bruder Klaus, der bereits von Anfang an im Betrieb dabei ist und Günter Schömitz bei der Kundenbetreung unterstützt, über die Tochter bis zum Neffen und der eigenen Ehefrau – bei der Firma Schömitz arbeitet die gesamte Familie mit. Und auch die nicht verwandten Mitarbeiter profitieren vom familiären Umgang im Betrieb. „Ich will, dass meine Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen, denn die Freude übertragen sie auch auf die Kunden. Und dann kommen diese auch gerne wieder!“

Martina Schimmel-Schloo

Link: www.sopo-lager.de

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