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So formen Sie Ihr Erfolgsteam
Viele Manager und Firmenchefs sprechen von „ihrem Team“. Was sie allerdings in der betrieblichen Realität haben, ist nur eine Ansammlung von Einzelkämpfern, kleinen Grüppchen oder losen Interessengemeinschaften. Mit einem echten Team hat dies so gut wie nichts zu tun. Ein Bericht von Hans Fischer.
Ohne ein funktionierendes Team im Rücken, können Sie als Vorgesetzter auf Dauer nicht erfolgreich sein. Obwohl der eine oder andere Einzelkämpfer akzeptable Leistungen bringt. Der entscheidende Leistungsdurchbruch erfolgt erst dann, wenn es Ihnen gelungen ist, aus Ihren Mitarbeitern, mit all ihren unterschiedlichen Lebenstheorien, Persönlichkeiten und Leistungsvermögen, ein Team zu entwickeln. Ein Team, dass bei aller Individualität der einzelnen Mitglieder, ein klares Ziel gemeinsam verfolgt und in dem jedes Teammitglied im Rahmen seines Leistungsvermögens seinen Beitrag zur Zielerreichung einbringt. Das bedeutet, ein Team versteht sich nicht als eine Ansammlung von gleichartigen Mitarbeitern. Erst die unterschiedlichsten Persönlichkeiten mit all ihren Eigenheiten machen ein Team interessant und dynamisch. Ihr Job als Vorgesetzter ist es, das Team heterogen zusammenzusetzen und zielorientiert auszurichten.
Wie Gruppendynamik funktioniert
Sie müssen kein Psychologe ein, um die Gesetze der Gruppendynamik zu verstehen. Es erklärt sich ganz logisch aus dem gesunden Menschenverstand und aus der Beobachtung Ihrer Mitarbeiter. In den meisten Gruppen übernimmt ein Mitglied recht bald die Führer-Rolle (Alpha-Position). Es ist die Person, mit dem größten Durchsetzungsvermögen und Machtwillen. Manchmal, aber nicht unbedingt, ist diese Eigenschaft noch gekoppelt mit einer hohen Qualifikation.
Die Mehrzahl der Gruppenmitglieder gibt sich, wie im richtigen Leben auch, mit der Mitläufer-Rolle zufrieden (Gamma-Position). Die Gamma-Leute orientieren sich an der Mehrheitsmeinung oder an der Meinung des Alpha-Kollegen. Sie äußern zwar ihre eigene Meinung, aber nicht mit der unbedingten Konsequenz.
Wenn Sie Pech haben, haben Sie auch einen Mitarbeiter im Team, der teils durch eigenes Verschulden, aber nichtig nur, von der Gruppenmehrheit gerne zum Sündenbock erklärt wird (Omega-Rolle). Teamwork im negativen Sinne können Sie dann beobachten, wenn die anderen Gruppenmitglieder einhellig Ihre Aggression auf den Omega-Mitarbeiter übertragen.
Wie Mitarbeiter strukturiert sind
Nur wenige Menschen sind Vormacher, die meisten sind Nachmacher. Die Vormacher gehören zu den gruppendynamisch stärkeren Mitglieder. Sie werden immer versuchen, die Gruppe für ihre Meinung einzunehmen. Die Mehrheit der anderen Gruppenmitglieder ist durchaus in der Lage, in der Gruppe ihre Meinung zu artikulieren, jedoch nicht mit dem Durchsetzungsvermögen und Ausdauer der gruppendynamisch starken. Gruppendynamisch schwache Mitglieder schließen sich gerne in ihrer Meinungsbildung den starken an, teils auch aus Bequemlichkeit.
Passen Sie auf: Gruppendynamisch stark muss nicht unbedingt Ihr qualifiziertester Mitarbeiter sein. Es ist vielmehr immer der Mitarbeiter mit dem größten Machtwillen. Es gibt in vielen Teams hoch befähigte Mitarbeiter, die aber als ausgesprochene Einzelkämpfer gruppendynamisch eher schwach sind. Im Berufsalltag bringen diese Einzelkämpfer ihren wertvollen Beitrag, wenn sie in ihrer gewohnten Sphäre arbeiten können. Diese Spezialisten versagen, wenn sie sich in der Gruppe behaupten müssen. Akzeptieren Sie das.
Man tut diesen Menschen keinen Gefallen, wenn man sie wegen ihrer hohen Qualifikation in eine Führungsrolle drängt. Eine Gruppe wird immer dem gruppendynamisch starken folgen und der qualifizierte Einzelkämpfer wird in der Gruppe seine volle Leistungsfähigkeit nicht aktivieren können.
Sorgen Sie für eine stabile Gruppendynamik
Erschrecken Sie nicht, wenn Sie erstaunt feststellen, dass sich einzelne Mitarbeiter anders als Ihnen bekannt verhalten, sobald sie Teil einer Gruppe werden. Das ist nichts Widersprüchliches. Erst durch das anpassen des eigenen Verhaltens an die Gruppendynamik, ist das einzelne Teammitglied überhaupt in der Lage, sich konstruktiv mit anderen Meinungen auseinander zu setzen und mit anderen Individuen zusammenzuarbeiten.
Ihr Beitrag als Vorgesetzter ist es, möglichst schnell für eine stabile Gruppendynamik zu sorgen. Denn solange die Rangordnung innerhalb einer Gruppe nicht steht, kann nicht konstruktiv gearbeitet werden. Sobald sich Menschen zusammensetzen, um gemeinsam etwas zu produzieren, beginnt, zum Teil sehr subtil und nicht immer bewusst, der Kampf um die Rangordnung. Das Thema ist so lange sekundär, so lange keine Hierarchie gefunden wurde. Wie bei den großen Konferenzen der Weltpolitik, wird zunächst über Verfahrensfragen gestritten und das eigentliche Thema rückt in den Hintergrund.
Steht die Rangordnung, dann kann die Gruppe harmonisch und ergebnisorientiert zusammenarbeiten. Bei Teams, die schon einige Jahre zusammenarbeiten, steht die Rangordnung. Die Gruppendynamik ist stabil. Werden Teams durch neue Kollegen ergänzt, braucht es seine Zeit, bis die Stabilität wieder hergestellt ist.
Schalten Sie sich autoritär in die Teambildung ein, dann werden Sie kurzzeitig die gruppendynamischen Regeln außer Kraft setzen. Denn es ist ja klar, wer der Chef ist. Es finden keine Ranglistenkämpfe statt, aber es entsteht auch keine kreative und konstruktive Arbeitsatmosphäre. Und sobald Sie sich wieder ausblenden, geht der Ranglistenkampf weiter. Das Team kann noch nicht konstruktiv arbeiten.
Machen Sie es geschickter: Geben Sie ein Thema vor und bitten die Gruppe, eine Lösung zu entwickeln. Das Thema, das Sie wählen ist völlig unerheblich. Es geht jetzt primär darum, dass die Gruppe sich in ihrer Rangliste findet. Das bedeutet auch: halten Sie sich aus der Diskussion weitgehendst raus! Hat sich die Gruppe gefunden, dann erst ist sie reif für die wirklich wichtigen Aufgaben.
Hans Fischer, Pürgen-Lengenfeld, ist seit 1991 selbstständiger Trainer und Berater. Er war zehn Jahre Verkäufer und zehn Jahre Vertriebsleiter. Er ist Spezialist für den Aufbau und die Steuerung einer Vertriebsorganisation, die Entwicklung von Leistungsträgern im Vertrieb, das Training von Managern und Verkäufern sowie Verkaufen im harten Wettbewerbsmarkt. www.fischerseminare.de
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