Stolz GmbH: Der Ideenbringer
19. Feb 2007 | Unternehmensportraits
Die Firma Stolz aus Penzing bietet ein breites Sortiment an günstigen Konsumgütern. Von Werkzeugen über Kosmetik bis zu Spielwaren – „bei uns findet jeder etwas“. Das breite Sortiment von über 3.000 versch. Artikeln ist für Stolz ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Das neue Gebäude in Penzing
Die Familie Stolz ist bereits seit über 40 Jahren im Geschäft. Der heutige Geschäftsführer Jürgen Stolz ist seit über 20 Jahren in der Firma tätig. „Mein Vater war früher Markthändler und hat den bekannten V-Hobel und andere Spezialartikel verkauft“, beschreibt Stolz den Beginn der Firma. Später begann dann das Grossieren von verschiedenen Artikeln. „Wir hatten damals ein kleines Kellerlager – und der Großhandel und der Markthandel liefen lange Jahre parallel.“ Heute noch ist der Vater in der Firma Stolz aktiv. „Er hat einfach ein Händchen für gute Produkte. Mindestens ein bis zwei unserer neuen Produkte im Jahr findet mein Vater“, grinst Stolz.
Nach der Schulzeit begann Jürgen Stolz eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, denn es war frühzeitig klar, dass er den elterlichen Betrieb übernehmen wird. „Wir haben dann ein größeres Gebäude in München bezogen und als die Mauer fiel, begann eine regelrechte Schlacht um unsere Produkte. Wir haben extrem expandiert und sowohl die Geschäftsräume wie auch das Lager wurden schnell zu klein. “
Nachdem immer wieder neue Lösungen für Außenlager gesucht werden mussten, stellte sich der Geschäftsmann die Frage: „Warum eigentlich immer mieten?“ und entschied sich dafür, sowohl privat wie auch mit der Firma aufs Land zu ziehen. „Ich habe für mich privat ein altes Bauernhaus gekauft, das liebevoll restauriert wurde.“ Dort wohnt Stolz mit seiner Familie und seinen zwanzig reinrassigen Siberian Husky-Schlittenhunden, mit denen er regelmäßig sehr erfolgreich an SchlittenhunderennenHuskyrennen teilnimmt. (amtierender Welt und Europameister)
„Die Entscheidung nach Penzing, etwas außerhalb von Landsberg, zu ziehen, war auch für die Firma ideal. Wir werden hier demnächst noch weiter expandieren.“ Heute beschäftigt Jürgen Stolz 16 Mitarbeiter – hauptsächlich im Büro, im Lager und grossem Austellungsraum.
„Bei uns findet jeder etwas“
Stolz hat heute 3000 Artikel im Angebot. 30 bis 35 Prozent davon sind Importwaren aus China – teilweise auch mit eigenen Werkzeugen produziert. Der Rest der Produkte kommt größtenteils aus Deutschland. Das Sortiment ist breit – „eines unserer großen Vorteile“, so Stolz und reicht von Reinigungs- und Pflegemitteln, über Cremes, Kosmetik, Kerzen und Spielwaren bis zu Werkzeugen, Lampen und Gartenartikeln. Einen großen Anteil machen Cremes und Salben in Eigenregie aus. Doch auch chemische Abfüllungen und Reinigungsmittel werden hauptsächlich in Deutschland produziert. „Hier ist einfach die Qualität besser – und bei unseren Mengen bekommen wir auch hier gute Preise.“ Auch einige Haushaltsgeräte werden aus qualitätsgründen in Deutschland produziert.
Saisonale Anlässe wie Ostern oder Weihnachten werden ebenso bedient wie der regelmäßig wiederkehrende Bedarf nach neuen Sommer- und Wintertrends. „Bei uns findet jeder etwas für sich, das ist ein großer Vorteil unseres breiten Sortiments.“ Doch bei Trends ist Stolz mittlerweile vorsichtig geworden. „Die ganz heißen Trends sind meistens sehr kurzlebig. Darauf setze ich nicht mehr.“ Sein Fokus liegt stattdessen auf den langlebigeren Trendartikeln – beispielsweise aktuell die Pokerchips oder Kopfmassagegeräte – sowie Standardartikel, die immer laufen und neue Produkte. „Jede Woche haben wir 30 bis 40 neue Artikel im Sortiment. Viele sind von uns persönlich geprüft und in unserem Namen produziert worden.“ Denn zu Stolz kommen mittlerweile viele Erfinder mit ihrer Produktidee in der Hoffnung auf einen Partner zur Produktion und Vermarktung. In der Regel können aber ein Prozent der Produktideen umgesetzt werden. „Vieles passt dann einfach doch nicht in unser Spektrum“, bedauert Stolz.
Doch was macht den Erfolg bei Produktinnovationen aus? „Man muss einfach den richtigen Riecher haben. Wir haben durch unsere eigene Erfahrung mit dem Markthandel und auch aus den Kontakten mit Kunden ein recht gutes Gefühl dafür, was sie wie verkaufen lässt. Aber natürlich sind wir auch keine Hellseher“, lacht der symphatische Händler und warnt vor zuviel Euphorie. „Man muss einfach immer wieder etwas neues ausprobieren – und dann nicht gleich zehn Container bestellen, sondern lieber erst mal nur 2000 bis 5000 Stück. Ich bestelle lieber nach, wenn etwas gut funktioniert, als dass ich dann auf einer Menge an Restposten sitzen bleibe.“
Breite Kundenbasis sichert den Erfolg
In der Kundendatei hat Stolz über 12.000 Kundendaten, aber davon kaufen zirka 4000 regelmäßig ein. „Wer fünf Jahre lang nichts gekauft hat, wird bei uns gelöscht. Schließlich haben wir nichts davon unseren teuren Katalog an eine Karteileiche zu schicken.“ Zweimal im Jahr wird der große Katalog an die Kunden verschickt. Dazwischen informiert Stolz seine Kunden mittels Mailings und E-Mail-Newsletter. Über 5000 Kunden erhalten den regelmäßigen E-Mail-Newsletter von Stolz, in dem er aktuelle Produkte und Angebote anpreist.
„Ohne Internet geht heute gar nichts mehr“, erklärt Stolz seinen Tagesablauf. „Ich bekomme am Tag über 400 Mails. Davon sind 200 Spam und der Rest sind konkrete Anfragen. 80 Prozent aller Anfragen kommen bei uns über das Internet herein.“ Seit vier Jahren ist der Online-Shop aktiv und heute gehen am Tag 30 bis 40 neue Gewerbescheine von neuen Kunden ein, die sich für den Online-Shop freischalten lassen möchten. Denn im Online-Shop können zwar alle Internetnutzer recherchieren und die Produkte anschauen, bestellen dürfen aber nur ausgewiesene Händler. Und trotz des erfolgreichen E-Commerce ist auch bei Stolz ein Showroom für den Verkauf unerlässlich. Viele Kunden fahren über 500 Kilometer um im Großhandels-Showroom von Stolz nach neuen Produkten und Trends zu suchen. Denn neben dem deutschen Markt bedient Stolz auch das europäische Ausland, wobei zirka 50 Prozent nach Österreich und in die Schweiz gehen. Der Rest nach Polen, Tschechien, Slowakei, Norwegen, Schweden und Finnland.
Das größte Problem im heutigen Geschäftsalltag sind Patente, Nachahmungen und Abmahnungen. „Manche haben schon ein Geschäft darauf begründet, sich irgendetwas schützen zu lassen, was es eigentlich gar nicht gibt und dann andere Firmen abzumahnen, die etwas Ähnliches oder Gleichlautendes anbieten. Und da Anwälte eine Menge Geld kosten, geht keiner dagegen vor, gibt klein bei und zahlt lieber den vergleichsweise kleinen Betrag“, ärgert sich Stolz. „Im Zweifel muss man sehr genau schauen, ob sich der Ärger, den man sich sonst einhandelt, auch wirklich lohnt.“
Auch in Sachen Kundenrechnungen schaut Stolz genau hin. Ein neuer Kunde muss erst einmal die Lieferung per Vorkasse oder Nachnahme akzeptieren. „Dafür bekommt der Kunde einen guten Preis – und ich spare mir die Kreditversicherung“. Wenn sich dann eine längere Kundenbeziehung aufgebaut hat, kann der Händler auch auf Rechnung bestellen.
Für die Zukunft sieht er sich gut gerüstet – auch wenn der Wind härter weht. „Die großen Konzerne sitzen auf einem enormen Überangebot, das sie zu absoluten Dumpingpreisen abgeben. Viele importieren auch direkt aus Asien, so dass die Luft für die Importeure hier dünner wird. Wichtig sind deshalb immer wieder neue Ideen und Produkte. Das erzeugt Kundenbindung!“ weiß Stolz aus Erfahrung.
Link: www.stolzgmbh.de