Inhalte
Umfrage
Glossare
Glossarsuche
RSS-Feeds
zentrada-Wettbewerb: Die besten Großhandels-Onlineshops 2009
Die drei Gewinner des zentrada-Wettbewerbs stehen fest: Corso, Software-Partner und Buchner-Großhandel stehen ganz oben auf dem Siegertreppchen.
„Quantität und Qualität der Einreichungen sind im zweiten Jahr des Wettbewerbs deutlich nach oben gegangen. Doch trotz der gestiegenen Qualität hinkt der Online-Großhandel dem Consumer-Onlinehandel noch deutlich hinterher,“ so bringt Martina Schimmel-Schloo, Chefredakteurin und Vorsitzende der Jury das Ergebnis auf den Punkt. Beworben hatten sich im zweiten Jahr des Wettbewerbs fast 50 Großhändler. Diese Einreichungen wurden von einer siebenköpfigen Jury auf Herz und Nieren geprüft. Auf der Internationalen Aktionswarenmesse in Köln fand die Präsentation der Ergebnisse sowie die Preisverleihung statt.
Platz 1: Corso
Der Onlineshop der Restpostenvermarktung innerhalb der Otto Group wurde im Frühjahr 2009 grundlegend umgestaltet. Wichtige Faktoren waren hier eine übersichtliche Struktur, neue moderne Funktionen und hohe Bedienfreundlichkeit. Das Angebot an aktuellen Saisonüberhängen und Restposten setzt sich überwiegend aus Textilien für Damen, Herren und Kinder, Schuhen sowie Heim- und Haustextilien der Otto Group Gesellschaften OTTO, Heine, Baur, Apart und Schwab zusammen. Der Corso Online-Shop richtet sich an Groß- und Postenhändler sowie Online-Powerseller und Exporteure in Deutschland, Mittel- und Osteuropa. Ergänzend zum Online-Shop vermarktet der Corso Restposten-Großhandel die Überhänge auch über den stationären Direktverkauf.
„Corso soll sich als starke Marke des Großhandels etablieren“, erklärt Frank Stolle, Abteilungsleiter Verwertung E-Commerce bei OTTO die Ambitionen. „In unserem neuen Online-Shop bieten wir äußerst attraktive Konditionen und Preiskonzepte, die optimal auf Großhandelskunden zugeschnitten sind.“ Dazu zählen neue Rabattformen und ständige Preisaktualisierungen, die u.a. abhängig von Angebotsmengen und Größenverfügbarkeiten sind. Eine sofortige Warenlieferung ist ein weiterer Pluspunkt für die gewerblichen Kunden.
Der Restposten-Shop bietet eine benutzerfreundliche Navigation und übersichtliche Angebotsdarstellung. Nach dem Motto „Mein Corso – Meine Vorteile“ stehen individuell nutzbare Funktionen im Mittelpunkt. So finden Großhändler über variable Suchfilter und individuell wählbare Rubriken das gewünschte Sortiment. Je nach Suchprofil und persönlichen Favoriten erscheint eine spezielle Artikelauswahl auf der jeweiligen Startseite der Corso-Kunden. Benachrichtigungen bei Preisänderungen und persönliche Empfehlungsartikel runden den Service ab.
Die Investitionen haben sich offenbar ausgezahlt. Denn die Jury lobte vor allem die hervorragende Benutzerführung sowie die verschiedenen Produktfilter für den Kunden. Hiermit kann der Kunde seine Navigation sowie auch die sichtbaren Artikel eingrenzen. Doch trotz der positiven Bewertung gab es auch einen Kritikpunkt: „Zu wenig Zahlarten“.
Platz 2: Software-Partner
Seit Juni 2005 ist der Onlineshop des 1995 gegründeten Großhändlers im Netz. Heute ist Softwarepartner ein führender Anbieter in Europa in puncto Produktvielfalt von digitalen Speichermedien. Pro Monat werden mehr als 20 Millionen Datenträger ausgeliefert und mehr als 400 individuelle Kundenproduktionen erstellt. Ein- bis zweimal pro Woche wird ein Newsletter an die Kunden verschickt – mit direkten Links auf die Produkte im Shop. Die Artikeldaten im Shop werden stündlich aktualisiert, so dass der Kunde sofort sieht, ob das gewünschte Produkt überhaupt lieferbar ist.
Die Jury lobte den zweitplatzierten vor allem für das moderne Design und die gute Zielgruppenführung.
Platz 3: Buchner Großhandel
1989 gründete Hans Buchner die Firma Buchner Großhandel, die sich auf den Verkauf von Waffen spezialisierte. Der Buchner Großhandel bietet - überwiegend durch Eigenimporte - ein aktuelles und breites Warensortiment zu einem fairen Preis. Schon bald fand das immer aktuelle und praxisbezogene Warensortiment europaweit großen Anklang. Das rasche Wachstum erforderte 2007 nun schon den zweiten Umzug in größere Räume. Im Gewerbegebiet Dachau – Ost wurden nun die idealen Räume gefunden. Hier sind jetzt Lager und Büros auf ausreichender Fläche verteilt. Der Vertrieb erfolgt durch Händlerkataloge, Anzeigen in Fachzeitschriften, einen Online Shop im Internet und Messen.
Erst im Mai 2008 ging der Onlineshop ins Netz. Und trotzdem macht der Großhändler schon heute ein Viertel seines Umsatzes über diesen Vertriebsweg.
Die Jury lobte vor allem die solide Umsetzung des Themas. „Guter optischer Eindruck sowie eine klare Zielgruppenorientierung machen den Shop zu einem der Highlights in diesem Wettbewerb“.
Durch die Bank noch zu wenig Qualität
Die Einreicher des Wettbewerbs zeigen insgesamt, dass die Großhändler trotz der höheren Qualität den klassischen Consumer-Online-Shops noch deutlich hinterherhinken.
„Gerade beim Thema Optik und Naviation sehe ich noch großen Nachholbedarf. Im Vergleich zu den B2C-Shops schätze ich eine Lücke von drei bis fünf Jahren“, subsumiert Jury-Mitglied Christian Rothe. Und seine Kollegen sehen es ähnlich: „Man muss immer daran denken, dass auch bei B2B Shops am anderen Ende ein Mensch sitzt, der aus seinem Privatleben den Umgang mit benutzerfreundlichen und modernen B2C Onlineshops gewöhnt ist. Die Erwartungshaltung ist dementsprechend hoch“, erklärt Eric Jankowfsky, Vorstand von Oxid-eSales und ebenfalls Mitglied der Jury.
„Die Shop-Welt professionalisiert sich. Das war in diesem Jahr deutlich spürbar. Wer Erfolg haben will, braucht einfach eine userfreundlichen Shop mit gut gepflegten Artikeldaten“, so Großhandelsberater Wolfgang Lang. In das gleiche Horn bläst sein Jury-Kollege Ingo Schloo:„Das Ergebnis dokumentiert eine starke Professionalisierung und Performance im Online-Großhandel, wenn gleich es noch immer kaum Standards seitens der Softwareanbieter zu Aufbau und Funktionsweise der Shops gibt. Die Preisträger zeigen aber, dass sowohl kleine wie auch große Anbieter die Anforderungen meistern können.“
Insgesamt mangelt es den Shops vor allem im Bereich Produktdarstellung, aktivem Verkauf und zielgruppengerechter Navigation. Dabei sind es doch genau diese Faktoren, die dem Kunden das Einkaufen via Onlineshop erleichtern würden. „Ich vermisse auch bei den meisten Shops das verkäuferische Element, z.B. ausführliche Produktbeschreibungen und eine speziell auf Kunden-Zielgruppen zurechtgeschneiderte Verkaufsargumentation. Die meisten Shops versprühen dagegen eher den Charme eines Warenautomaten“, so Martina Schimmel-Schloo.
Der Wettbewerb „Die besten Online-Gorßhandelsshops in Deutschland“ will die Entwicklung des Online Großhandels durch bessere Transparenz, Benchmarks und konstruktive Kritik fördern und wird auch die nächsten Jahre fortgesetzt.
Die zweite Ausschreibung zeigt ein deutlich gestiegenes Qualitätsbewusstsein beim Aufbau von Onlineshops im Großhandel. Nachdem sich noch wenig Software-Standards für die höheren Anforderungen des B2B-Geschäftes entwickelt haben sind jedoch noch immer viele Einzellösungen und individuelle Programmierungen sichtbar, die alle die ein oder andere gute Idee und Lösung anbieten. Durchgängig gute Shops mit ausgeprägten Funktionen, Usability und Inhalten sind daher sehr selten.
zentrada und zentrada.magazin werden das Thema deshalb zukünftig stärker redaktionell begleiten und den Wettbewerb auch nächstes Jahr wieder veranstalten.
Darauf kommt es an:
Bewertet wurden die Shops nach folgenden Kriterien:
- Zielgruppenorientierung: Hat der Kunde (Wiederverkäufer) einen direkten Nutzen? Wie wird er angesprochen? Bietet der Shop je nach Kundengruppe unterschiedliche Inhalte?
- Sortiment: Wie werden Breite und Tiefe des Sortiments dargestellt? Sind ergänzende Produkte einfach zu finden? Ist die Darstellung übersichtlich und klar? Sind die Warengruppen für den Nutzer stimmig?
- Verkauf + Marketing: Findet up- und cross-selling statt? Werden Verkaufsvorschläge gemacht? Gibt es Kundenbindungsansätze, wie einen regelmäßigen Newsletter? Ist die Seite für Suchmaschinen optimiert? Wie wird der Shop gefunden?
- Navigation + Gestaltung: Ist die Website klar strukturiert und gut zu handhaben? Ist die Navigation durchgängig und schlüssig? Weiß der Benutzer jeder Zeit, wo er sich gerade befindet? Wird ein durchgängiges Design verwendet? Ist das Bild-Text-Verhältnis ausgewogen? Ist das Design shopgerecht – findet der User Anmeldung, Warenkorb etc. wo er es erwartet?
- Funktionen + Technik: Welche Funktionen bietet der Shop über den Standard hinaus? Wie sind diese umgesetzt? Sind die Ladezeiten angemessen? Ist der Shop an die Warenwirtschaft angebunden und werden die Produkte automatisch aktualisiert?
- Services + Recht: Welche Zahlverfahren werden angeboten? Gibt es ein Rückgaberecht und/oder Musterbestellmöglichkeiten? Sind alle rechtlichen Vorschriften (Impressum, AGBs, Widerrufs/Rückgabebelehrung) eingehalten?
- Gesamtbeurteilung: Wie wirkt der Shop als ganzes? Innovationsgrad? Wird über die Seite verkauft? Wie hoch ist der Umsatzanteil? Kaufen bestehende Kunden regelmäßig über den Shop?
![zentrada.magazin [Logo] zentrada.magazin](http://www.zentradamagazin.de/images/logoZM.gif)
![[Titel] Zentralmarkt](http://images.schimmelmedia.de/zentralmarkt/zm_titelbild.jpg)

